Micro-Learning – der Trend aus der Weiterbildungsszene

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Das Lernformat, das große Fortschritte mit kleinem Aufwand verspricht, nimmt langsam aber sicher einen festen Platz in der Weiterbildungsbranche ein. Was macht Micro-Learning so attraktiv, und wo sind seine Grenzen?

Lernen in vielen kleinen Einheiten, die wenig Zeit in Anspruch nehmen, trotzdem aber eine große Wirkung zeigen – das ist das, was Micro-Learning macht. Es ist eine einfache Weiterbildungsform, in der der Nutzer mit kleinen Wissenshäppchen versorgt wird, die sich schnell und leicht verarbeiten lassen und aufgrund ihrer regelmäßigen Anwendung zum nachhaltigen Lernen verhelfen.
Auf diese Weise wirken auch die culture clues, die kulturspezifischen Impuls-E-Mails der crossculture academy, die in kleinen Dosen über einen längeren Zeitraum an den Lernenden verschickt werden und ihn dazu verleiten, sich ständig mit einem bestimmten Thema völlig unbefangen auseinanderzusetzten.

Doch auch für eine punktuelle Weiterbildung, in der kurze Informationen oder Ratschläge zu einem Thema oder zu einer speziellen Situation benötigt werden, bietet sich das Micro-Learning an. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist YouTube: Das Videoportal stellt seit über einem Jahrzehnt neben Unterhaltungsvideos auch Clips mit Anweisungen und Handlungsempfehlungen zu so ziemlich jedem Thema bereit. So kann ein Nutzer jedes Mal, wenn er vor einem Problem steht oder einen Ratgeber benötigt, die Lösung schnell und direkt mittels Video-Clip erhalten.

Nach diesem Ansatz wurde auch das Video-Portal der crossculture academy entwickelt. In kurzen und prägnanten Lern-Clips erhalten die Nutzer direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen von den Länderexperten zu unterschiedlichen Situationen in den jeweiligen Kulturen.

Micro-Learning ermöglicht somit eine Wissensaufnahme, die nebenher oder genau dann erfolgt, wenn sie benötigt wird, ohne sich explizit viel Zeit für Weiterbildung nehmen zu müssen. Zusammengefasst lassen sich mit Micro-Learning folgende Vorteile festhalten:

Micro-Learning als Informationsfilter

Der Lernende erhält genau die Informationen, die er benötigt und direkt anwenden kann, um in der Praxis zu handeln und Fortschritte zu machen. Ihm werden direkte Antworten und Lösungswege zu speziellen Fragen aufgezeigt, ohne dass er sich im Voraus mit dem gesamten Sachverhalt auseinandersetzen muss. Diese Einschränkung der Informationen auf das Wesentliche macht es dem Nutzer einfacher, sich das neue Wissen einzuprägen und zukünftig anzuwenden.

Micro-Learning fördert das Zeitmanagement

Die meisten Micro-Learning-Angebote erfordern lediglich ein paar einfache technische Voraussetzungen, die fast jedes Unternehmen erfüllt, wie z.B. einen Video-Player oder auch nur einen Internet-Zugang. Nach zu Beginn eventuell anfallenden technischen Einstellungen erfolgt kein weiterer organisatorischer Aufwand. Viele, insbesondere große Unternehmen, besitzen mittlerweile Weiterbildungsplattformen, in die sie Micro-Learning-Elemente einbetten.

Micro-Learning als günstige Weiterbildungsalternative

Oft fehlt es Unternehmen an nötigem Budget, um ihre Mitarbeiter weiterzubilden oder regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Mit Micro-Learning kann aber ein Teil dieses Bedarfs abgedeckt werden. Zwar lassen sich dadurch keine Präsenzveranstaltungen, die bedarfsorientiert zusammengestellt werden, interaktiv sind und in die Tiefe gehen, ersetzen, je nach gewünschter Lernintensität stellen aber Micro-Learning-Elemente eine günstige Alternative dar.

Micro-Learning als Motivationshebel

Dadurch, dass sich mit Micro-Learning sofort Antworten auf anfallende Fragen finden lassen, steigt die Motivation, Herausforderungen im Arbeitsalltag aufzunehmen, denn bei auftretenden Problemen oder kritischen Situationen werden einem sofort Lösungswege aufgezeigt, sodass die Arbeit fließend fortgeführt werden kann. Die Gefahr, dass bei blockiertem Arbeitsablauf Ratlosigkeit und Frustration entsteht, sinkt.

Micro-Learning im Blended Learning

Reines Micro-Learning ermöglicht sicherlich keinen Aufbau von Expertenwissen, denn das erfordert je nach Disziplin Hintergrundinformationen, wissenschaftliche Kenntnis, jahrelange Erfahrung und Verständnis von Zusammenhängen. Doch für eine intensive Aus- und Weiterbildung stellt es ein ausgezeichnetes trainingsbegleitendes Element dar. Es lässt sich hervorragend in Blended-Learning-Konzepte integrieren und löst eine mühelose und regelmäßige Beschäftigung mit einem Thema aus. Dadurch kann das Gelernte gefestigt sowie Effektivität und Nachhaltigkeit in der Weiterbildung erreicht werden.

Panagiota Gomes da Costa

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