Wer braucht schon interkulturelle Weiterbildung? – Teil III

Interkulturelle Weiterbildung

Wie sehr benötigen eigentlich Mitarbeiter von international agierenden Unternehmen wirklich interkulturelle Weiterbildung? Ist es tatsächlich so sehr notwendig, Menschen auf alle möglichen Eventualitäten, die in fremden Kulturen auftreten könnten, derart vorzubereiten, dass sie in bloß keine Fettnäpfchen treten? Reicht es nicht einfach aus, sie ein Stück weit auch alleine ihre Erfahrungen machen zu lassen, bevor man eine solche Notwendigkeit überhaupt beschließt? Wer schließlich nicht völlig taktlos ist, schafft es auch alleine, seinen Weg zu finden, mit Menschen auszukommen, die anders sind. Tut er es doch nicht, kann das auch an dem Fehlverhalten des anderen liegen, das möglicherweise inakzeptabel und geschäftsschädigend ist.  Da lohnt sich auch keine Investition in interkulturelle Weiterbildung.

Wann also ist ein derartiger Kompetenzaufbau notwendig? Vieles spricht für eine interkulturelle Weiterbildung, aber es gibt auch viele Meinungen dagegen. In der folgenden Serie werde ich immer auf einen von sieben häufig erwähnten Einwänden eingehen und unsere Sichtweise dazu darstellen. Dabei werde ich mich nicht auf eine interkulturelle Weiterbildung im Sinne eines allgemeinen Ländertrainings beziehen, da die Art und Intensität dieser Weiterbildung immer von der jeweiligen Geschäftsbeziehung, in der die Kollegen oder Geschäftspartnern stehen, abhängig ist und von einem kurzen Briefing bis hin zu einer intensiven Vorbereitung aus unterschiedlichen Lernformaten bestehen kann.

 

Kulturen bestimmen die Märkte

Um international erfolgreich zu sein, muss man auch die internationalen Märkte kennen. Bekannterweise sind diese keine statischen Größen, sondern verändern sich ständig. Die Gründe für solche Veränderungen sind unterschiedlich und werden von wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und sonstigen Hintergründen geprägt. Sie stellen das Verhalten der Menschen dar, lang- oder kurzfristig zu wirtschaften, mit bestimmten Zuständen umzugehen, sich neuen Gegebenheiten anzupassen und auf spontane Ereignisse zu reagieren. Dies alles hängt schlussendlich davon ab, wie Menschen bestimmte Situationen und Ereignisse wahrnehmen und wie sie ihnen gegenüber eingestellt sind. Um also den Markt zu kennen, muss man das Verhalten seiner Akteure kennen, die ihn beeinflussen. Tut man das nicht, kann man seine Veränderung nicht nachvollziehen und erst recht nicht kommen sehen. Und das wiederum kann dazu führen, dass die eigene Reaktionsfähigkeit nachlässt.

Panagiota Gomes da Costa

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